01.08.2017

Bremer Tierschutzverein ruft zum Boykott von Circus Voyage auf

 

Der Bremer Tierschutzverein ruft zum Protest gegen den Circus Voyage auf, der in der Zeit vom 3. bis 20. August in Bremen gastiert. Der Zirkus steht dabei beispielhaft für alle Zirkusunternehmen mit Wildtieren.

 

Circus Voyage führt aktuell u.a. vier afrikanische Elefanten, ein Flusspferd und zwei Giraffen mit sich. Damit ist das Zirkusunternehmen eines von rund 50 in Deutschland, das Wildtiere in seinem Programm vorführt. Wildtiere stellen jedoch besonders hohe Ansprüche an ihre Haltung und Unterbringung, die in einem fahrenden Zirkusunternehmen nicht zu erfüllen sind. Gemeinsam mit seinem Dachverband, dem Deutschen Tierschutzbund, fordert der Bremer Tierschutzverein daher im Rahmen der Kampagne „Wildtiere sind keine Zirkustiere“ ein Wildtierverbot in Zirkussen.

 

„Die ständigen Transporte, zu kleine Gehege, mangelnde Beschäftigung und tierschutzwidrige Dressur führen bei Wildtieren im Zirkus zu massiven Gesundheitsschäden und schweren Verhaltensstörungen“, erklärt Brigitte Wohner-Mäurer, Vorstandsmitglied beim Bremer Tierschutzverein.

 

Selbst wenn sich ein Unternehmen an die Vorgaben der Zirkusleitlinien des Bundeslandwirtschaftsministeriums hält, bedeutet dies keine artgerechte Haltung, denn deren Vorgaben können die Bedürfnisse der Tiere nicht einmal ansatzweise sicherstellen und sind im Vergleich zu anderen Haltungen, wie etwa in Zoos, erschreckend gering. Die geradezu winzigen Außengehege bieten in der Regel kaum Abwechslung oder artgemäße Beschäftigung. Das immer wieder herangezogene Argument, dass Wildtiere im Zirkus durch Dressur und Auftritte körperlich und geistig gefördert werden, hält einer wissenschaftlichen Betrachtung nicht stand. Bestimmte Tierarten wie Flusspferde oder Giraffen, wie sie auch der Circus Voyage mitführt, können zudem gar nicht für Kunststücke ausgebildet werden. Als reine Schautiere besteht ihre einzige Beschäftigung darin, die Manege zu umrunden oder auf ein Podest zu steigen. Den Rest der Lebenszeit verbringen die Tiere in den unzureichenden Zirkusgehegen oder im Transportwagen.

„Wir appellieren daher dringend an die Bürger und Bürgerinnen, die  Wildtierhaltung und das damit verbundene Tierleid nicht zu unterstützen und die Veranstaltungen nicht zu besuchen.

„Dass Wildtiere uns faszinieren, ist nur verständlich; im Zirkus sind sie jedoch nur Karikaturen ihrer Selbst“, so Brigitte Wohner-Mäurer. „Dass sie ausschließlich zur Belustigung des Publikums leiden müssen, ist nicht mehr zeitgemäß, Tradition hin oder her.“

Der Circus Voyage ist gestern abend angereist. Die Tiere wurden um 19 Uhr in Oldenburg verladen und erreichten den Standplatz in Bremen gegen Mitternacht. Hier wurden die Tiere nicht ausgeladen, sondern mussten die Nacht in ihren Transportboxen verbringen.

Foto: Deutscher Tierschutzbund 

 

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