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Bambis dürfen leben


Tierschutz verhindert Abschuss von Rehen in Bremen Nord

Eigentlich war ihr Todesurteil schon gefällt: 12 Rehe, die sich in Bremen Nord angesiedelt hatten, hielten wochenlang das Stadtamt, die Presse, die Tierschützer und die Jägerschaft in Atem. Doch dank eines fundierten und praktisch umsetzbaren Konzeptes des Deutschen Tierschutzbundes darf die kleine Herde weiterhin die Freiheit genießen.

Im Frühjahr stellte die swb fest, dass sich circa 12 Rehe auf dem firmeneigenen Gelände in Bremen-Vegesack befinden. Die Tiere waren vor einigen Jahren durch ein Loch im Zaun dorthin gelangt. Zwar wurde dies päter wieder verschlossen, doch die Rehe fühlten sich scheinbar sehr wohl und sorgten somit auch für Nachwuchs. Da die swb derzeit noch argumentierte, dass es sich hier um ein Wasserschutzgebiet handeln würde und mit der Ansiedlung der Rehe eine Verschmutzung des Grundwassers zu befürchten wäre, beantragte das Versorgungsunternehmen den Abschuss der Tiere beim Stadtamt.

Doch die Angelegenheit wurde schnell öffentlich und setzte nicht nur die Tierschützer und Anwohner, sondern auch die Politiker in Aufruhr. Die swb ruderte zurück und signalisierte,
dass sie nicht unbedingt auf einem Abschuss der Tiere bestehen würde, sollte es eine Alternative geben. Da aber die Brunftzeit anstand, kam von der Stadtjägermeisterei der Vorschlag, zumindest die Böcke schnell zu erlegen, um eine weitere Population zu verhindern.

Nach einer gemeinsamen Ortsbegehung entwickelte der Deutsche Tierschutzbund ein Konzept, dem inzwischen alle Beteiligten zugestimmt haben. So soll das Gelände in Richtung Schönebecker Aue geöffnet werden, damit die Tiere in die umliegenden Waldgebiete abwandern können. Um sicher zu stellen, dass die Tiere das Gelände auch verlassen, und darüber hinaus kein neues Rehwild einwandert, müssen die Rehe allerdings aktiv dazu bewegt werden, ihren derzeitigen Standort aufzugeben. Dies ist möglich, indem Duftkonzentrate mit Raubtiergeruch verwendet werden, die großflächig nach der Öffnung des Zaunes aufgebracht werden.

Eine „Vertreibung“ der Tiere kam nicht in Betracht, da dies zuviel Stress für die Tiere bedeutet hätte, zudem bestand das Risiko, dass die Rehkitze von ihren Müttern getrennt werden und somit die Aktion nicht überlebt hätten. Ebenso verhielt es sich bei der „Umsiedelung“ der Herde. Hier wären Betäubungen nötig gewesen, die wahrscheinlich ebenfalls für einige Tiere zum Tode geführt hätten.

Sowohl die swb als auch das Stadtamt haben zugesagt, die Vorschläge des Deutschen Tierschutzbundes umzusetzen, so dass die Rehe nun hoffentlich bald ein neues Revier finden, in dem sie ruhig und ungestört leben können.



 

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