19.09.2020

Am kommenden Samstag findet das Bürgerfest auf der Galopprennbahn statt.Trotz vielfacher Proteste von Tierschützern soll auch ein Galopprennen stattfinden. Der Bremer Tierschutzverein appelliert daher an alle Bürger*innen, das Fest nicht zu besuchen.

Die Proteste, Appelle und Bitten von Tierschützern haben nichts genützt - auf dem geplanten Bürgerfest soll tatsächlich wieder ein Galopprennen stattfinden. Ein Fest, auf dem Tierleid offensichtlich ist. Die Tierschützer werden daher mit einer Mahnwache auf das Leid der Tiere aufmerksam machen.

Seit 2018 finden auf der Galopprennbahn Bremen keine Rennen mehr statt. "Wir hatten sehr gehofft, dass das auch so bleibt und sind entsetzt, dass nun ein "Bürgerfest" mit Tierqual veranstaltet wird", so Brigitte Wohner-Mäurer, Vorsitzende des Bremer Tierschutzvereins.

Schnelle Pferde und jede Menge Geld - Pferderennen faszinieren Menschen aus allen Schichten. Etwa eine Million Zuschauer zieht es in Deutschland jährlich alleine zu Galopprennen.

Doch Tierschützer macht das, was hinter der vermeintlich schillernden Rennatmosphäre steht, hingegen fassungslos: Unzählige traurige Schicksale und Pferde, die den schönen Schein schon in jungen Jahren mit ihrem Leben bezahlen. Denn wer genau hinsieht, erkennt, dass die Grenzen zwischen Sport und Tierquälerei inmitten solcher Events verschwimmen. Die Tiere werden mit tierschutzwidrigem Zubehör auf brutale Art und Weise zu mehr Gehorsam und Schnelligkeit angetrieben.

Die Pferde müssen häufig schon mit zwei Jahren ihre ersten Galopprennen laufen – zu einem Zeitpunkt, zu dem Pferde sonst noch nicht einmal zugeritten werden. Dabei müssen die Vollblüter enormen Stress und extreme körperliche Belastungen aushalten und ihrer blanken Angst vor den Startboxen wird mit Schlägen, Hauben und Scheuklappen begegnet. Die Pferde müssen rennen, koste es was es wolle. Die Rennen selbst sind hoch riskant, die Verletzungsgefahr immens. Den Pferden werden permanente Höchstleistungen abverlangt, egal ob beim Training oder beim Rennen. Viele Pferde erleiden Sehnenverletzungen oder brechen sich die Beine. Die Tiere müssen meist noch vor Ort getötet werden.

Galopprennen sind in Deutschland nach dem Fußball die lukrativste Sportart – 2016 lag der Wettumsatz bei 26 Millionen Euro. Bei solchen Summen spielt der Tierschutz eine verschwindend kleine Rolle. Der Erfolgswille geht auf Kosten der Tiere. Zwischen 2015 und 2019 starben insgesamt 50 Pferde durch Verletzungen bei Pferderennen, zahlreiche Pferde zeigten noch während der Rennen Lahmheiten. Nasenbluten, das bei vielen Pferden festgehalten wurde, lässt auf Lungenbluten durch die extreme Anstrengung schließen.

Die grausamen Szenen auf der Rennbahn und hinter den Kulissen sowie die schwerwiegenden körperlichen und seelischen Schäden sprechen für sich: Rennpferde leiden. Die Tiere werden gequält, leben in Angst und sterben in sehr vielen Fällen viel zu jung. "Die Besucher sollten sich fragen, ob ein Besuch auf die Rennbahn das wirklich wert ist", so Brigitte Wohner-Mäurer. "Kein einzelner durch eine Wette gewonnener Euro kann das Leid dieser Tiere aufwiegen oder gar rechtfertigen. Und den höchsten Preis zahlen immer die Tiere".

Die Mahnwache findet von 11 bis 14 Uhr statt. Samstag, 19.09.2020 , Galopprennbahn Bremen

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