14.03.2016

Ab 15. März gilt wieder Leinenpflicht für Vierbeiner

Der Bremer Tierschutzverein weist darauf hin, dass regelmäßiger Freilauf ohne Leine eine wichtige Voraussetzung für die artgerechte Haltung und sozialverträgliche Erziehung von Hunden ist. Als Lauftiere müssen Hunde ausreichende Möglichkeiten bekommen, ihren Bewegungsdrang auszuleben, ihre Umwelt zu erkunden und mit Artgenossen zu kommunizieren. Fehlende Bewegung führt zu gesundheitlichen Schäden und Verhaltensproblemen.

Am Dienstag beginnt für Bremer Hundebesitzer wieder das bekannte Dilemma: Einerseits sind sie durch tierschutzrechtliche Bestimmungen dazu verpflichtet, ihre Tiere täglich frei laufen zu lassen. Doch wer in der sogenannten Brut- und Setzzeit vom 15. März bis zum 15. Juli außerhalb des bebauten Stadtgebietes dieser Verpflichtung nachkommt, riskiert ein Bußgeld.

Der Bremer Tierschutzverein kritisiert diese Regelung als zu pauschal: "Selbstverständlich gibt es Gebiete, in denen Hunde zum Schutz von Bodenbrütern und Jungtieren angeleint werden müssen", so Wolfgang Apel, Vorsitzender des Bremer Tierschutzvereins. "Die derzeitige Regelung ist jedoch nicht sachgerecht, da nicht berücksichtigt wird, wo tatsächlich eine Beeinträchtigung wild lebender Tiere vorliegt“. Der entsprechende Paragraf im Bremischen Feldordnungsgesetz wurde erst 2001 eingeführt und existiert außer in Bremen und Niedersachsen in keinem anderen Bundesland.

Da auch in vielen innerstädtischen Grünanlagen Leinenzwang gilt, wird das Recht der Hundehalter auf artgerechte Bewegung ihrer Tiere in nach Ansicht des Bremer Tierschutzvereins in unzulässiger Weise eingeschränkt. Zwar wurde im Mai vergangenen Jahres nördlich der Galopprennbahn die erste städtische Hundespielwiese eröffnet. Der Bremer Tierschutzverein bemängelt jedoch, dass eine einzelne, eingezäunte Freifläche nicht ausreicht, um das Bewegungsbedürfnis der rund 12.500 in der Stadtgemeinde Bremen gehaltenen Hunde zu decken. „Wir bedauern es, dass SPD und Grüne sich zwar nach der Bürgerschaftswahl sehr schnell einig waren, die Hundesteuer zu erhöhen, dafür aber im Koalitionsvertrag mit keinem Wort auf den Beschluss der Stadtbürgerschaft aus dem Jahr 2011 eingehen, mehr Freilaufmöglichkeiten für Hunde in der Stadtgemeinde Bremen zu schaffen. Wer die Interessen der rund 25.000 Bremerinnen und Bremer, die in ihren Haushalt mit einem Hund zusammenleben, derart hartnäckig ignoriert, muss sich über Politikverdrossenheit nicht wundern“, so Wolfgang Apel.

Der Bremer Tierschutzverein weist darauf hin, dass Hunde ein fester Bestandteil städtischen Lebens sind; an vielen Stellen in Bremen gibt es seit vielen Jahren ein gutes und konfliktfreies Miteinander von freilaufenden Hunden und anderen Freizeitnutzungen. Vorrangiges Ziel sollte es sein, die Nutzung solcher Gebiete auf eine Grundlage zu stellen, die Hundebesitzern ganzjährige Rechtssicherheit bietet, wenn sie ihren Hund von der Leine lassen.

 

Die Anleinpflicht für Hunde in der freien Landschaft gilt in Bremen ab dem 15 März, in  Niedersachsen ab dem 1. April und endet in beiden Ländern am 15. Juli.

 

 

 

 

Weitere News

Informationsabend am 13.10.2022 im Tierheim Bremen. Weiterlesen

Informationsabend am 06.10.2022 im Tierheim Bremen. Weiterlesen

Informationsabend am 29.09.2022, 06.10.2022 und 13.10.2022 im Tierheim Bremen. Weiterlesen

Bremer Tierschutzverein begrüßt die Forderung von Bündnis 90 / Die Grünen Weiterlesen