29.03.2021

Am 15. März hat wieder die offizielle Brut- und Setzzeit begonnen. Für Hundehalter bedeutet dies, dass ihre Vierbeiner nur an der Leine spazieren gehen dürfen.

Für Hundebesitzer ist die offizielle Brut- und Setzzeit eine schwierige Zeit. Einerseits sind sie durch tierschutzrechtliche Bestimmungen dazu verpflichtet, ihre Tiere täglich frei laufen zu lassen. Andererseits riskieren sie ein Bußgeld, wenn sie der Leinenpflicht nicht nachkommen.

Dabei ist die Leinenpflicht in bestimmten Gebieten durchaus sinnvoll. Selbst wenn ein Hund einen schwachen Jagdtrieb hat, kann in den meisten Fällen nicht garantiert werden, dass ein plötzlich auftauchendes Reh vom Vierbeiner verfolgt wird. Vor allem für trächtige Rehe ist dies hochgefährlich. Auch wenn der Hund das Reh nicht fängt oder verletzt, kann es durch die Jagd eine Fehlgeburt erleiden und sein Rehkitz verlieren. Gleiches gilt natürlich auch für andere Wildtiere.

Auch der Nachwuchs muss geschützt werden, denn die Kleinen können noch nicht fliehen. Das Aufschrecken von brütenden Vögeln ist ebenfalls gefährlich. Wenn diese durch den Hund verscheucht werden, kann es passieren, dass die Eier im Gelege auskühlen oder sogar von anderen Tieren zerstört werden.

Der Bremer Tierschutzverein kritisiert die Regelung der allgemeinen Leinenpflicht allerdings als zu pauschal. Selbstverständlich gibt es Gebiete, in denen Hunde zum Schutz von Bodenbrütern und Jungtieren angeleint werden müssen, die derzeitige Regelung ist jedoch nicht sachgerecht, da nicht berücksichtigt wird, wo tatsächlich eine Beeinträchtigung wildlebender Tiere vorliegt. Da auch in vielen innerstädtischen Grünanlagen Leinenzwang gilt, wird das Recht der Hundehalter auf artgerechte Bewegung ihrer Tiere in nach Ansicht des Bremer Tierschutzvereins in unzulässiger Weise eingeschränkt. Leider gibt es zudem immer noch zu wenig Freilaufflächen für Hunde.

Regelmäßiger Freilauf ohne Leine ist aber eine wichtige Voraussetzung für die artgerechte Haltung und sozialverträgliche Erziehung von Hunden. Als Lauftiere müssen Hunde ausreichende Möglichkeiten bekommen, ihren Bewegungsdrang auszuleben, ihre Umwelt zu erkunden und mit Artgenossen zu kommunizieren. Fehlende Bewegung führt zu gesundheitlichen Schäden und Verhaltensproblemen.

Hunde sind ein fester Bestandteil des städtischen Lebens, an vielen Stellen in Bremen gibt es seit Jahren ein gutes und konfliktfreies Miteinander von freilaufenden Hunden und anderen Freizeitnutzungen. Vorrangiges Ziel sollte es sein, die Nutzung solcher Gebiete auf eine Grundlage zu stellen, die Hundebesitzern ganzjährige Rechtssicherheit bietet, wenn sie ihren Hund von der Leine lassen.

Die Anleinpflicht für Hunde in der freien Landschaft gilt in Bremen ab dem 15. März, in Niedersachsen ab dem 1. April und endet in beiden Ländern am 15. Juli.

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