27.08.2021

Mit großer Verwunderung und Entsetzen hat der Bremer Tierschutzverein die Entscheidung des Verwaltungsgerichts zur Kenntnis genommen, dass nun doch wieder ein Rennen auf der Galopprennbahn stattfinden soll.

Der Regionalausschuss Rennbahngelände und die Lenkungsgruppe, die die Entscheidungen über die Zwischennutzungsprojekte auf dem ehemaligen Galopprennbahngelände trifft, hatten sich gegen zukünftige Pferderennen auf dem Gelände ausgesprochen.

Diese Entscheidung hat der Bremer Tierschutzverein sehr begrüßt. Doch nachdem der Bremer Rennverein dagegen geklagt hatte, wurde es durch das aktuelle Urteil des Verwaltungsgerichts wieder möglich, ein Pferderennen stattfinden zu lassen. Der Bremer Tierschutzverein hofft daher, dass die Behörden schnellstmöglich eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einbringen, um den Renntag noch zu verhindern.

"Diese Tierqual muss endlich ein Ende haben", erklärt Brigitte Wohner-Mäurer, Vorsitzenden des Bremer Tierschutzvereins. "Wir appellieren daher an alle Bürger*innen, diese Veranstaltung auf gar keinen Fall zu besuchen."  Die Tierschützer hatten bereits im letzten Jahr gegen das Showrennen, das im September stattfand, protestiert.

Der Galopprennsport ist ein lukratives Geschäft, doch den Preis für den Erfolg zahlen die Tiere. Ihnen werden schon in jungen Jahren permanente Höchstleistungen abverlangt. Hinzu kommen enormer Stress und extreme körperliche Belastungen, und ihrer blanken Angst vor den Startboxen wird mit Schlägen, Hauben und Scheuklappen begegnet. Die Pferde müssen rennen, koste es was es wolle. Die Rennen selbst sind hoch riskant, die Verletzungsgefahr immens. Den Pferden werden permanente Höchstleistungen abverlangt, egal ob beim Training oder beim Rennen. Viele Pferde erleiden Sehnenverletzungen. Filmaufnahmen von Pferden, die sich mitten im Rennen das Bein brechen, sind kaum zu ertragen. Die Tiere müssen meist noch vor Ort getötet werden.

Zwischen 2015 und 2019 starben insgesamt 50 Pferde durch Verletzungen bei Pferderennen, zahlreiche Pferde zeigten noch während der Rennen Lahmheiten. Nasenbluten, das bei vielen Pferden festgestellt wurde, lässt zudem auf Lungenbluten durch die extreme Anstrengung schließen.

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