26.06.2020

Leider hat es erneut einen Vorfall in der Osterholzer Feldmark gegeben, bei dem mindestens vier Rehkitze elendig verendet sind. Trotz aller Appelle wurde der Jagdpächter vor dem Mähen nicht informiert. Die Rehkitze hatten keine Chance zu entkommen.

Bereits vor drei Jahren gab es einen großen Skandal, als mehrere Rehkitze an der gleichen Stelle zerstückelt worden waren. Auch hier hatte der Landwirt ohne Ankündigung gemäht. Der Bremer Tierschutzverein hatte Strafanzeige gestellt, das Verfahren wurde aber gegen die Zahlung einer Geldbuße In Höhe von EUR 500,- eingestellt.

Doch das war offensichtlich nicht genug, denn an Einsicht scheint es dem Landwirt weiterhin zu fehlen. Auch dieses Mal wurde der Jagdpächter, der die Felder normalerweise vor dem Mähen mit seinem Hund absucht, nicht informiert. Da die angrenzenden Flächen bereits gemäht worden waren, hatten sich die Ricken mit ihrem Nachwuchs genau auf dieses Feld zurück gezogen - und damit ihre Kitze in die tödliche Falle geschickt.

"Wir sind entsetzt und fassungslos, dass es erneut so einen schlimmen Vorfall gegeben hat", so Brigitte Wohner-Mäurer, Vorsitzende des Bremer Tierschutzvereins. "Nur durch Ignoranz oder Bequemlichkeit mussten die Tiere grausam sterben. Ein Anruf hätte genügt und die Tiere hätten überlebt."

„Es ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, sollte aber die Regel sein, dass wir ein oder zwei Tage vor dem Mähen informiert werden“, so Claus Aumund-Kopp. „Dann haben wir die Möglichkeit, das Gebiet früh genug mit den Hunden abzulaufen. Die Rehe nehmen die Witterung auf und bringen ihren Nachwuchs an einen anderen Ort. Unabhängig davon sollte in der Brut- und Setzzeit gar nicht gemäht werden, idealerweise sogar erst im August, denn frühestens ab Mitte Juli haben die Kitze einen Fluchtinstinkt entwickelt.“

Der Jagdpächter, Herr Aumund-Kopp, hat bereits Strafanzeige gestellt. Der Bremer Tierschutzverein wird ebenfalls Strafanzeige stellen.

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