25.06.2020

Seit Jahren appelliert der Bremer Tierschutzverein an Hundehalter, auf Radtouren mit dem Hund bei Hitze zu verzichten. Unterstützt werden die Tierschützer dabei von der Zweiradmechaniker-Innung Bremen und ihren angeschlossenen Fahrradhändlern. Und es gibt noch mehr Verstärkung: In diesem Jahr ist auch der ADFC Bremen als Kampagnen-Partner mit dabei.

Der Sommer wird heiß, wenn man den Prognosen glauben darf. Trotzdem wollen Bello und Co. Bewegung haben. Viele Hundehalter lassen ihre Vierbeiner dann gern am Fahrrad laufen. Doch bei hohen Temperaturen sollten die Fahrten nur in den frühen Morgen- oder Abendstunden erfolgen, oder ganz ausfallen. Denn bei hohen Temperaturen, bzw. auch bei schwülem Wetter gilt für alle: Bitte keine Radtouren bei Hitze! Da Hunde außer an den Pfoten keine Schweißdrüsen besitzen, ist Hecheln ihre einzige Möglichkeit der Abkühlung. Bei der stärkeren Belastung des Fahrradfahrens sind die Grenzen der Temperaturregulation schnell erreicht und es besteht die Gefahr eines Hitzschlags.

Aber nicht jeder Hund eignet sich als Begleiter beim Radfahren. Neben einem guten Grundgehorsam und einem vorbereitenden Training benötigt der Vierbeiner auch eine angemessene körperliche Fitness. Zudem haben Hunde je nach Rasse, Größe und Alter ein variierendes Bewegungsbedürfnis. Der Hund sollte ausgewachsen und gesund sein und über eine gute Kondition verfügen. Erst ab dem Alter von 18 bis 24 Monaten ist das Knochengerüst ausgebildet und gehärtet. Bei Hunden, die noch in der Wachstumsphase sind, kann es zu Gelenkproblemen oder Verletzungen kommen. Sehr große und sehr kleine Hunde sowie kranke oder alte Vierbeiner sollten grundsätzlich nicht neben dem Rad laufen, da für sie die körperliche Anstrengung zu groß wäre.

„Am besten ist es natürlich, im Hochsommer ganz auf Radtouren zu verzichten“, erklärt Brigitte Wohner-Mäurer, Vorsitzende des Bremer Tierschutzvereins. „Wer trotzdem fahren möchte, sollte dies nur in den ganz frühen Morgen- oder späten Abendstunden tun.“

„Die aktuelle Corona-Krise hat gezeigt, dass immer mehr Menschen auf das Rad umsteigen", so Olaf Otto, Landesinnungsmeister des Zweiradmechaniker-Handwerks Bremen. „Aber Radfahren soll Spaß machen und nicht zur Belastung werden. Das gilt sowohl für den Fahrer, wie auch für die Hunde, die am Rad mitlaufen. Eine gute Alternative, auch für größere und ältere Hunde, sind zum Beispiel der Fahrradanhänger oder – bei kleinen Hunden – eine Frontbox oder ein Korb. So kann der Vierbeiner auch beim Ausflug immer mit dabei sein.“

Sven Eckert, Geschäftsführer des ADFC Bremen, meint: „Besonders in der Stadt, wie hier in Bremen, sind Hunde im Sommer nicht bloß dem üblichen Verkehrsstress ausgesetzt, sondern zusätzlich der enormen Hitzebelastung. Stein und Asphalt können bis zu 60 Grad und heißer werden – eine Qual für Hundepfoten. Die Auswahl der Strecke und die Tageszeit sind deswegen die entscheidenden Faktoren: Eine Radtour auf schattigen Waldwegen und mit ausreichend Pausen tut Hund und Mensch gut und bietet somit die besten Voraussetzungen für eine entspannte Fahrt.“

Die Plakate sind bei allen Mitgliedsbetrieben der Zweiradmechaniker-Innung zu sehen, zudem halten die Händler, der ADFC und der Bremer Tierschutzverein Informationsfolder mit Tipps zum Radfahren mit Hund bereit.

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