03.03.2021

Die Grünen-Fraktion der Bremischen Bürgerschaft will die Regeln für die Haltung von Haustieren verschärfen und hat dazu ein entsprechendes Positionspapier eingereicht. Der Bremer Tierschutzverein nimmt dazu wie folgt Stellung.

Der Bremer Tierschutzverein unterstützt die Forderung nach einer Positivliste, nach der nur noch Tiere gekauft, bzw. gehalten werden dürfen, die zur Heimtierhaltung geeignet sind. Dies würde vor allem den Handel mit Exoten stark einschränken. Werden diese Tiere nicht art- und fachgerecht gehalten, leiden sie oft Monate oder sogar jahrelang, bis sie befreit oder abgegeben werden oder im schlimmsten Fall elendig verenden.

Ebenfalls unterstützt werden die Forderungen, bei Zucht und Verkauf von Tieren einen Eignungsnachweis zu erbringen sowie die Abschaffung von Qualzuchten. Auch der Verkauf von Tieren über das Internet wie z.B. eBay und ähnliche Anbieter, sollte verboten werden, da viele Tierhalter sich hier leichtfertig Tiere anschaffen, ohne sich damit auseinander gesetzt zu haben, welche Anforderungen und Bedürfnisse das jeweilige Tier hat. Dies gilt ebenso für den Verkauf von Tieren auf Tierbörsen und Messen.

Einen Sachkundenachweis für die Haltung von allen Tierarten einzuführen, würde der Bremer Tierschutzverein zwar befürworten, hält das aber in der Praxis eher für schwer umsetzbar. Dies gilt auch für die Einführung eines "Wesenstests" für alle Hunde. Ein Wesenstest ist eine Untersuchung, die das Gefahrenpotenzial eines Hundes bestimmen soll. Ausgebildete Sachverständige überprüfen mithilfe eines solchen Tests einerseits das allgemeine Hundeverhalten und andererseits das Verhalten in stressbedingten Situationen des Alltags.

"Wichtig ist, dass ein Tierhalter seinen Hund in der Gesellschaft sicher führen kann", so Brigitte Wohner-Mäurer. "Daher begrüßen wir zwar den Sachkundenachweis für Hundehalter, aber nicht einen generellen Wesenstest für alle Hunde."

Eine Chip- und Registrierungspflicht für alle Hunde und Katzen fordert der Bremer Tierschutzverein schon seit Jahren und hat dazu bereits im letzten Jahr zwei entsprechende Petitionen bei der Bremischen Bürgerschaft eingereicht.

Zudem begrüßt der Bremer Tierschutzverein die Forderung nach mehr Freilaufflächen für Hunde, da die Tiere ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben müssen und dies in vielen Bereichen nur eingeschränkt, bzw. in der demnächst anstehenden Brut- und Setzzeit so gut wie gar nicht möglich ist. Für die Tierschützer ist dies seit Jahren ein Dauerthema, doch bislang hat sich leider nicht sehr viel geändert.

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