10.12.2020

Gemeinsam mit anderen Tier-, Arten- und Naturschutzorganisationen fordert der Deutsche Tierschutzbund die sofortige Schließung von Pelzfarmen in Europa. Neben der mit nichts zu rechtfertigenden Qual für die Pelztiere, bergen die Farmen auch ein hohes Krankheitsrisiko. Mit ihrem Appell in Form eines Forderungspapiers wenden sich die Organisationen heute an die Bundesregierung und die EU-Kommission.

„Pelzfarmen bergen ein großes und mehrfaches Gefahrenpotential. Denn neben dem immensen Tierleid, das sie verursachen, gelten sie auch als Risikofaktoren für die Ausbreitung von Krankheiten und Pandemien“, sagt Dr. Henriette Mackensen, Referentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. „Zucht und Haltung von Pelztieren zu verbieten, ist allein aus Tierschutzgründen lange überfällig. Die Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie verdeutlichen noch einmal die überfällige Konsequenz: Pelzfarmen müssen zeitnah und endgültig geschlossen werden. Dem Ganzen gehört dringend ein Riegel vorgeschoben. Die Zeit zu Handeln ist jetzt.“

Neben dem heutigen Appell an Bundesministerin Julia Klöckner und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, beteiligt sich der Deutsche Tierschutzbund an einer aktuellen Petition der Fur Free Alliance. Diese setzt sich als weltweites Bündnis seit Jahren für ein Ende der Pelztierhaltung ein. Die Petition fordert die G20 Staats- und Regierungschef auf, sich für ein Verbot von Pelzfarmen stark zu machen. Unterstützer können ihre Stimme online unter www.furfreealliance.com/end-the-deadly-fur-trade abgeben.

Pelzfarmen bergen Krankheitsrisiko

Welches Risiko von Pelzfarmen auch für die Gesundheit von Menschen ausgeht, zeigen die aktuellen Geschehnisse rund um die Corona-Pandemie: Bis jetzt wurden allein in Europa auf 386 Nerzfarmen COVID-19-Ausbrüche bekannt. Das SARS-CoV-2-Virus wird in der Regel von Farmmitarbeitern eingebracht und kann dann - mitunter sogar mutiert - wieder auf den Menschen zurückübertragen werden. Die Keulung infizierter Tiere mag daher aus Infektionsschutzsicht notwendig sein. Aus Tierschutzsicht ist der Tod von inzwischen über 17 Millionen Nerzen wegen COVID-19 jedoch eine Tragödie. Um diesen grausamen Kreislauf zu unterbrechen, darf nach Auffassung des Deutschen Tierschutzbundes EU-weit keine einzige Farm wieder neu mit Tieren bestückt werden. Eine Wiederaufnahme des Betriebs von Pelzfarmen würde jegliches Bemühen zur Eindämmung der Corona-Krise konterkarieren.

Weitere News

Das Bundeskabinett hat heute den Gesetzentwurf zum Ende des Kükentötens beschlossen, der jetzt ins parlamentarische Verfahren geht. Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ist das Verbot des... Weiterlesen

Wir sind völlig entsetzt und schockiert über diese grausame Tat! Der Bremer Tierschutzverein hat für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen, eine Belohnung in Höhe von... Weiterlesen

Die Innenstädte sind leer, weniger Menschen sind unterwegs. Für die Stadttauben bedeutet das vor allem eins: Sie finden weniger Nahrung. Dabei ist das Überleben im kalten Winter ohnehin schon schwer... Weiterlesen

23 Hühner und 5 Hähne leben derzeit im Bremer Tierheim. Für sie werden dringend neue Besitzer, - idealerweise auf dem Land - gesucht. Weiterlesen