02.10.2014

Dauerhafte Billigpreise für Fleisch senken das Tierschutzniveau

In Deutschland leiden Millionen Tiere in der industriellen Intensivtierhaltung. Der Bremer Tierschutzverein und der Deutsche Tierschutzbund haben daher „Dauerhafte Billigpreise senken das Tierschutzniveau“ zum Leitmotto des diesjährigen Welttierschutztages erklärt und kritisieren die Billigpreispolitik des Handels und der Discounter sowie die viel zu niedrigen gesetzlichen Rahmenbedingungen Tiere haben keinen Preis, sondern einen Wert. Doch die Realität sieht anders aus. In Deutschland leiden Millionen Tiere in der herkömmlichen industriellen Intensivtierhaltung. Gleichzeitig unterbieten sich Handel und Discounter immer wieder mit neuen Billigangeboten.

Immer höhere Leistung, immer billigere Preise für Fleisch und andere tierische Produkte sowie kein ausreichender gesetzlicher Rahmen sind Ursache einer aus dem Ruder gelaufenen industriellen Landwirtschaft. Das System der herkömmlichen Intensivtierhaltung, die mit den Billigpreisen einhergeht, verhindert eine tiergerechte Haltung und führt zu massiven Tierschutzproblemen wie Verhaltensstörungen, Verletzungen und Krankheiten. Ein hoher Anteil des Tierleids ist durch den Gesetzgeber gedeckt.
Gründe genug, zum diesjährigen Welttierschutztag das Motto „Dauerhafte Billigpreise für Fleisch senken das Tierschutzniveau“ auszurufen. „REWE, Aldi. Lidl und all die anderen Discounter müssen endlich ihre ethische Verantwortung wahrnehmen und auf Billigfleischangebote verzichten“, so Wolfgang Apel, Vorsitzender des Bremer Tierschutzvereins und Ehrenpräsident des Deutschen Tierschutzbundes. Zudem ist auch die Politik gefordert, denn hier müssen dringend neue und vor allem bessere gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden“, so Apel.
"Billigpreise sind eine Systemfrage. Wer als Handel oder Discounter Fleisch und andere tierische Produkte zum Billigpreis anbietet, der macht sich mitschuldig am Leid der Tiere in den Ställen", erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, zur Kampagne anlässlich des Welttierschutztages 2014 und: "Auch der Gesetzgeber, der zulässt, dass Tiere enger und immer intensiver und damit einhergehend immer billiger gehalten werden, ist Mittäter. Opfer sind die Millionen Tiere in den tierwidrigen Haltungssystemen. Opfer sind aber auch die Landwirte, die unter den heutigen Preisbedingungen kaum in mehr Tierschutz im Stall investieren können."

Der Bremer Tierschutzverein appelliert daher auch den Verbraucher, denn wer Fleisch isst, muss beim Einkauf mitentscheiden und bereit sein, ein Mehr an Tierschutz auch mit dem Preis zu honorieren. "Verbraucher haben Macht, aber sie müssen auch klar erkennen können, woher die Produkte stammen. Wir fordern daher schnellstmöglich eine Deklarationspflicht, auf der die Herkunft und Haltungsform der Tiere erkennbar ist“, so Apel. „Tierschutz ist zu Dumpingpreisen nicht machbar. Auf Billigfleisch sollte daher auf jeden Fall verzichtet werden“. Der Bremer Tierschutzverein ruft die Verbraucher zudem auf, gemeinsam für ein Ende der Billigpreise zu kämpfen und mit dem Kaufverhalten dazu beizutragen, dass Tierleid verhindert wird. So sollten Kunden beim Einkauf immer wieder nachfragen, in welchen Haltungsformen die Tiere gelebt haben. „Der größte Schritt in Richtung Tierschutz ist immer noch die vegetarische und vegane Ernährung. Verzichten Sie häufiger auf Fleisch, wenn Sie die Ernährung noch nicht komplett umstellen möchten“, so Apel.